Was Kinder gesund hält
Über Angst, Fürsorge und unser verlorenes Vertrauen ins Leben
Kürzlich wurde ich gefragt, warum so viele Kinder in diesen Zeiten auffallend häufig krank sind.
Eine sehr komplexe Frage, auf die es keine einfachen Antworten geben kann.
Was ich aber sagen möchte, ist, dass Gesundheit für mich Angstfreiheit bedeutet.
Das Unbeschwerte und die Angstfreiheit werden Kindern leider schon sehr früh genommen.
Wir, die Erwachsenen, sind es, die auf vielfältige Weise die Unbeschwertheit aus dem Leben der Kinder verdrängen.
Wir sind es, die den Lebensraum der Kinder mit unseren Sorgen verstellen
und verlernt haben, auf die Natur der Dinge zu vertrauen.
Einfach darauf, dass Kinder mit unserer Fürsorge und Beziehung heranwachsen könnten und all den aufgesetzten Schnick-Schnack nicht benötigen würden.
Erwachsene meinen, ein Kind früh in den Kindergarten schicken zu müssen,
weil es sonst beispielsweise keine sozialen Kontakte lernen würde.
Erwachsene handeln aus der Angst heraus, Kinder bestmöglich auf eine Zukunft vorbereiten zu müssen, die doch eigentlich bereits im System der Kinder angelegt sein müsste.
Kinder haben ganz zu Anfang noch die unverstellte Fähigkeit,
ihre grenzenlose Lebensenergie frei durch sich fließen zu lassen.
Ihr ureigenes System wird mehr und mehr durch die diffusen Ängste der Erwachsenen belastet. Diese Belastung verhindert den freien Fluss ihrer natürlichen Energie.
Schauen wir doch einmal auf die natürlichen Fähigkeiten gesunder Kinder:
Sie haben eine unglaubliche Konzentrationsfähigkeit.
Sie können stundenlang durch die Gegend rennen, wenn sie im Spiel sind
und ihren eigenen Interessen folgen können.Sie wissen genau, wann sie ruhen müssen
und wann wieder Action angesagt ist.Kinder benötigen keinerlei Training, um sich stundenlang freudvoll zu bewegen.
Wir sitzen daneben und wundern uns, dass sie nicht zu ermüden scheinen.
Das alles und noch viel mehr, ist deutlich erkennbar, bis …
Bis die Erwachsenen daherkommen und nicht mehr auf das körpereigene Immunsystem zu vertrauen glauben und meinen, medizinisch nachhelfen zu müssen, um Krankheit zu verhindern.
Bis Erwachsene kommen und meinen, Lernen orchestrieren zu müssen
und dem ureigenen Lernkompass der Kinder nicht mehr zu vertrauen.Bis die Erwachsenen kommen und viele Dinge aus versicherungstechnischen Gründen nicht mehr zulassen, weil man Probleme mit dem System bekommen könnte. Kinder dürfen nicht mehr auf Bäume klettern, weil diese nicht sicherheitszertifiziert sind.
Bis die Erwachsenen kommen und die Kinder aus ihrer gesunden, funktionalen Welt in eine dysfunktionale, angstgesteuerte Welt ziehen.
Bis die Erwachsenen kommen und eine Welt bauen,
die den Bezug zu natürlichen Rhythmen, zu gesunder Bewegung
und zu natürlichen Selbstregulationssystemen verloren hat.
Was hält die Kinder natürlich gesund?
Ich möchte es gerne so formulieren:
Die Abwesenheit von ‘zu viel’ Krankheit ( ein bisschen gehört sicher dazu ) ist der freie Fluss unendlicher Lebensenergie, die Abwesenheit von Angst.
Wie sähe eine Welt aus, in der Gesundheit nicht gemacht, sondern wieder zugelassen werden würde ?


